Wie die Muttergottes Maria geboren wurde – Dominikanerpredigt 8-Sept-2022

Heute, 8.Sept. 2022, dem Todestag der Queen Elizabeth II. von England, war ich aus irgendwelchen Gründen zu Besuch in der Clara-Schumann-Musikschule in Düsseldorf, wo über 10.000 Kinder Unterricht erhalten. Auf dem Rückweg nach Neuss kam ich zufällig an der St.Andreas Kirche in der Altstadt vorbei, eine der wenigen ECHTEN Barockkirchen hier in der ganzen Gegend und Grablege der Kurfürsten des ehemaligen Herzogtums Jülich-Kleve-Berg, wo gerade die Glocken bimmelten, und zwar mit einem angenehmen Klang, der mir auffiel. “Ach, denk ich, springst’e mal hinein. Ein bischen Segen von oben kann ja nie schaden.” Was folgte war eine “katholische Standardmesse” der heutigen neumodernen – und ultrakurzen –  Art, von der mir die PREDIGT haften blieb, nämlich weil sie das Festtagsthema hatte von der GEBURT der Muttergottes Maria.

Der Inhalt dieser Predigt war ungefähr folgender: Es wurde ein Mädchen Namens Maria geboren, weswegen wir uns versammelt hatten, wozu es viele altertümliche Überlieferungen und Legenden gibt, die aber gar nicht aufgezählt wurden, und das ist deshalb erwähnenswert, weil diese Maria später den Jesus Christus geboren hatte.

Wie soll ich höflich sagen: so ähnlich hätte man auch predigen können bei der Geburt meiner Schwester oder einer anderen x-beliebigen Frau!

Wir brauchen also heute NICHT MEHR zu ERWÄHNEN,

  • – daß es eine Abildung gibt unter dem Titel “Begegnung von Joachim und Anna an der Goldenen Pforte”, welche sich bezieht auf jüdisches PRIESTERWISSEN für Frauen mit Empfängnisproblemen, welche in die halbunterirdischen Gänge an der “Goldenen Pforte” des Tempels geführt wurden (die heute zugemauert ist)
  • – daß bereits die Geburt der Maria Muttergottes ein GANZ SPEZIELLES WUNDER enthielt, nämlich daß die zukünftige Muttergottes ohne die sogenannte ERBSÜNDE (welche diese Menschheit seit den Fehltritten unserer Ureltern Adam und Eva mit sich herumschleppt) geboren wurde.

Giotto, 1303-1306, Freskenzyklus aus dem Leben des hl. Joachim, Cappella degli Scrovegni (Padua)

Wenn ich richtig gezählt habe sind das schon mal ZWEI WUNDER, wozu noch ein DRITTES WUNDER hinzukommt, nämlich die spätere Geburt des überaus seltenen Kindes dieser Maria und Muttergottes, welches Kind erstens als SOHN GOTTES BEZEICHENT wird (oder wurde) und welches Kind durch DREI WEITERE WUNDER bezeugt wurde, daß nämlich besagte Maria “vor während und nach der Geburt” JUNGFRAU war und BLIEB, wie sich die Orthodoxie bis heute ausdrückt.

Entschuldigung, da waren jetzt schon 5 Wunder, oder?

Natürlich brauchen wir gar nicht mehr zu erwähnen, wie es geschah, daß in Frankreich eine spezielle St.Anna-Tradition entstand (durch die Reisegruppe der Maria Magdalena nacn St. Maximin-de-la-Saint-Baume bei Aix-en-Provence, welche Anna-Reliquien mitgeführt haben soll) – und wir brauchen auch nicht zu erwähnen die vielen kleinen Wallfahrten zu St. Anna-Kapellen zum Beispiel in den Bergen in Bayern und Österreich (z.B. in Obergail,  Lesachtal, Kärnten).

Und wir erwähnen gar nicht mehr die Schriften der neuen hl. Anna Katharina Emmerich aus Coesfeld zum “Leben Mariens”, wo noch derartig Ungewöhnlich Dinge gesagt werden, daß man es dem heutigen Publikum nicht mehr zumuten kann.

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Und was haben wir gelernt?

Sollte hier Religion vielleicht dadurch “akzeptabler” gemacht werden, daß alles, was auch nur von Ferne “Anstoss” und/oder Ablehnung hervorrufen KÖNNTE, erst gar nicht mehr ERWÄHNT wurde?

Und was soll das DANACH dann für eine RELIGION sein, vielleicht eine INHALTSLEERE, die ungefähr genauso LEER ist wie die Kirchen heute überall, die ja auch schon mengenweise geschlossen werden?

Was mich aber als ehemaliger Dominikaner-Schüler, der immerhin 1 Jahr im denkfähigen Alter dort verbracht hat, am meisten wunderte war: IST DAS ALLES, WAS DOMINIKANER HEUTE ANZUBIETEN haben, was HEUTE von Dominikanern “übrig geblieben” ist?

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Ingenieurstechnisches Ergebnis: Dieses Erlebnis heute bekräftigt meinen Entschluß, meine “Karteileichen-Existenz” bei der katholischen Kirche zu beenden und bei  Orthodoxie zu bleiben, wo ich in 2005 das Myron erhalten habe.. Denn leider fehlt mir das, was an der heute verstorbenen Queen Elizabeth so gerühmt wurde, nämlich daß sie “adaptionsfähig” war, also “anpassungsfähig”, was ich mir ersparen darf, weil ich einfach gar so unwichtig bin.

Buike Science And Music

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*11.06.1953, Bremen, Germany - long years in Neuss/Germany